CHAMÄLEON + ONJALA OBSERVATORY DeepSky SITEMAP
HOME CHAMÄLEON
 
« zurück zur Startseite Galaxien Großes Bild laden (2100 x 1600 Pixel)  (3500 x 2300Pixel) Objektbeschreibung
Messier 104 - die Sombrero Galaxie im Sternbild der jungfrau (Virgo)
 

 
Objektbeschreibung:

Unser Bild zeigt die Galaxie Messier 104 (NGC 4594) an der Grenze zwischen den Sternbildern der Jungfrau (Virgo) und dem Raben (Corvus), die auch den Beinamen Sombrero Nebel oder Sombrero Galaxie trägt. Auffällig ist der extrem große Kernbereich (Bulge) mit einem riesigen Halo sowie dem markante Staubband, welches an einen riesigen, mexikanischen Sombrero erinnert.

Nach der Hubble Klassifikation ist sie als normale Spiralgalaxie des Typs Sa oder Sb katalogisiert. Wir schauen von der Erde aus gesehen unter einem Winkel von nur 7 Grad direkt auf die Ebene (das Staubband) der Galaxie. Aufgrund der Sichtlinie sind deswegen die Spiralarme auf unserem Bild praktisch nicht sichtbar. Sie liegt in Richtung des großen Virgo Galaxienhaufens, steht aber mit einer Entfernung von etwa 30 Millionen Lichtjahren zwischen unserer Milchstraße und dem Virgohaufen. Mit einem wahren Durchmesser von 50.000 Lichtjahren ist sie etwa nur halb so groß wie unsere Milchstraße, sie beinhaltet geschätzt etwa 800 Milliarden Sonnenmassen.

 
M 104 mag auf den ersten Blick wie eine ganz normale Spiralgalaxie in Seitenansicht erscheinen, doch jüngste Beobachtungen mit dem Hubble Weltraumteleskop lassen vermuten, dass sie eine von der typischen Norm abweichender normaler Galaxien ist, die vermutlich eine sehr turbulente Vergangenheit hat.

Da ist zum einen der außergewöhnliche helle und ausgedehnte große Zentralbereich - der Bulge - des Sombreronebels und die Verteilung der Stern im Halo. So enthält es deutlich mehr metallreiche Sterne als in normalen Galaxien zu finden sind und zudem fehlen alte, metallarme Sterne - die man typischerweise in den Halos massereicher Galaxien findet - nahezu völlig.

» Das Bild rechts zeigt die spezielle Bildbearbeitung einer Hubble Aufnahme des Sombreronebels, bei dem der helle zentrale Bereich "weggerechnet" wurde und so die Spiralstruktur der Scheibe deutlich sichtbar wird. Zur ansicht einer großen Version des Bildes bitte das Vorschaubild anklicken.

Quelle: NASA, The Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Völlig überraschend ist auch, dass das zentrale schwarze Loch von M 104 mit etwa 1 Milliarde Sonnenmassen etwa 10 mal massereicher ist als das schwarze Loch in der wesentlich größere Andromedagalaxie (Messier 31) und etwa 250 mal massereicher als Sagittarius A, dem schwarzen Loch im Zentrum unserer Milchstraße, die doppelt so groß wie M 104 ist.
 
Weiterhin hat M 104 eine außergewöhnlich große Anzahl von Kugelsternhaufen, von denen einige hundert in großen Teleskopen sichtbar sind (in unserem Bild nur einige wenige, die Helligkeiten liegen jenseits der 19. Größenklasse). Die Gesamtzahl wird auf über 2.000 geschätzt und übersteigt damit bei weitem die Anzahl der Kugelsternhaufen in unserer Galaxie, deren Anzahl auf nur wenige hundert geschätzt wird.

Wissenschaftler schließen letztendlich aus den neuen Hubble Beobachtungen, dass vor einigen Milliarden Jahren 2 massereiche Galaxien miteinander kollidiert und verschmolzen sind - vielleicht eine normale Spirale mit einer elliptischen Galaxie.

Messier 104 wurde am 9. April 1781 von Pierre Méchain entdeckt, im Mai 1783 übernahm Charles Messier das Objekt mit der Nummer 104 in seinen Katalog.


« Hier oder oben auf das Vorschaubild zum Laden einer großen Darstellung mit einem Größenvergleich zum Mond klicken.

Sonne Mond Sonnensystem DeepSky Weitwinkel Verschiedenes Spez. Projekte